Einladung zur Transformationskonferenz am 9. Juli 2019

Arbeitgeberverband Südwestmetall, Türlenstraße 2, 70191 Stuttgart

Bereit für die neuen Märkte?
Elektromobilität als Chance für die Automobilzulieferer

Die Automobilindustrie und deren Zulieferbranchen befinden sich durch Dekarbonisierung sowie Digitalisierung in einem umfassenden Transformationsprozess. Dieser Transformationsprozess eröffnet für die baden-württembergischen Unternehmen große Chancen, stellt sie aber auch vor gewaltige Herausforderungen.

In einem sich disruptiv verändernden globalen Wettbewerb müssen die Unternehmen bestehende Geschäftsmodelle anpassen, neue Geschäftsmodelle entwickeln sowie die hierzu notwendigen Kompetenzen und Organisationsformen ausbauen.

Mit der Transformationskonferenz sollen Unternehmen der Zulieferindustrie dabei unterstützt werden, die Herausforderungen des anstehenden industriellen Wandels zu erkennen, sich auf diese vorzubereiten und Chancen daraus abzuleiten.

Bundesaußenminister a. D. Joschka Fischer sowie weitere hochkarätige Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung geben Diskussionsimpulse zu innovativen Geschäftsmodellen, notwendigen Kompetenzen sowie sich global verändernden Marktstrukturen und berichten über ihre Umsetzungserfahrungen.




Programm

 

09:00 Uhr

        

Begrüßung


Stefan Küpper, Geschäftsführer
Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V.
  
09.15 UhrKeynote mit anschließender Diskussion
„Geschäftsmodelle in der Elektromobilität: Von den Quandts zu den Quants“

Prof. Dr. Dirk Neumann, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  

10.15 Uhr

Kaffeepause / Networking

  

10.30 Uhr

Expertenrunde I mit moderierter Diskussion

„Kompetenzen von heute für morgen nutzen – ein Blick in die Zukunft“


Dr. Werner Wilke,  Geschäftsführer
VDI/VDE Innovation + Technik GmbH



11:30 Uhr


Expertenrunde II mit moderierter Diskussion

 

„Querdenken in der Automobilindustrie“

Peter Guse, Geschäftsführer
Bosch Start-up Plattform / grow platform GmbH

12:30 Uhr

Mittagsimbiss

   

13:30 Uhr

Expertenrunde III mit moderierter Diskussion

„Assistenz- und Automatisierungssysteme in der Mobilität –  eine Chance für Zulieferer“

Prof. Dr.-Ing. Hans-Christian Reuss, Vorsitzender des Vorstands
FKFS Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart


14:30 UhrKaffeepause / Networking

 

14:45 UhrExpertenrunde IV mit moderierter Diskussion

 

„Zukunft der Mobilität zwischen Nanjing und Palo Alto“

Bundesaußenminister a. D. Joschka Fischer
Geschäftsführender Gesellschafter
Joschka Fischer & Company GmbH

15:45 UhrExpertenrunde V mit moderierter Diskussion

„Herausforderungen für Automobilzulieferer durch die Transformation“

Dr. Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender
ElringKlinger AG

Dr. Otmar Scharrer, Leiter Forschung und Vorausentwicklung
MAHLE GmbH

17:15 Uhr Schlusswort

Stefan Küpper, Geschäftsführer
Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V.

 

Moderation: Prof. Frank Widmayer

 

Bei der Veranstaltung werden Fotos gemacht, auf denen Sie möglicherweise zu sehen sind. Die Fotos können im Rahmen der Berichterstattung über die Veranstaltung zum Beispiel auf der Homepage oder in Printmedien verwendet werden. Selbstverständlich werden wir mit den Fotos verantwortungsvoll umgehen. Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, weisen Sie bitte den Fotografen oder uns darauf hin.

Termin und Veranstaltungsort


9. Juli 2019 
Arbeitgeberverband Südwestmetall
Türlenstraße 2 
70191 Stuttgart




Mit Bundesaußenminister a. D. Joschka Fischer

Zukunft der Mobilität zwischen Nanjing und Palo Alto

Der ehemalige Vizekanzler und Außenminister der Bundesrepublik Deutschland (1998 - 2005) führte die Grünen sowohl in die erste Regierungsbeteiligung auf Landesebene (Hessen) als auch auf Bundesebene.

Joschka Fischer hatte von 2006 bis 2007 eine Gastprofessur an der Woodrow Wilson School der Princeton University (USA) inne. Joschka Fischer ist Gründungsgesellschafter von Joschka Fischer and Company.

Auf der Transformationskonferenz am 9. Juli 2019 wird er als Experte der Digitalisierung und Dekarbonierung über das Thema "Zukunft der Mobilität zwischen Nanjing und Palo Alto" referieren und anschließend mit Ihnen in die Diskussion gehen.

Ihre Experten

Prof. Dr. Dirk Neumann


Elektromobilität ist einer der Schlüssel zur nachhaltigen Umgestaltung von Mobilität: klima- und umweltfreundlich, ressourcenschonend und effizient. Der Druck auf die Automobilindustrie wächst die Elektrifizierung voranzutreiben, durch das Pariser Klimaabkommen, neue EU Regulierungen zu Schadstoffemissionen bis 2030 und auch die Elektrorevolution im größten PKW Markt der Welt – China. Dementsprechend ist es wenig verwunderlich, dass die Elektromobilität international enorm an Bedeutung gewinnt. Bis 2025 wollen die deutschen Autobauer Audi, BMW, Mercedes und VW zwischen 15 und 25 Prozent ihrer Flotte als Elektrofahrzeuge verkaufen.
Mit der Elektromobilität gewinnen innovative Geschäftsmodelle eine zentrale Bedeutung. Sharing Konzepte verdrängen vermehrt die klassische Mobilitätswelt. An deren (vorläufigen) Ende steht die Entwicklungen selbstfahrender autonomer Sharingfahrzeuge. Grundlage aller neuen Geschäftsmodelle ist die Fokussierung auf Daten. Im Rahmen des Impulses werden alternative Geschäftsmodelle insbesondere vor dem Hintergrund der dahinterliegenden Daten betrachtet – die eigentlichen Treiber der neuen Geschäftsmodelle.

Prof. Dr. Dirk Neumann hat an der Justus-Liebig-Universität Gießen und an der University of Wisconsin, Milwaukee Ökonomie studiert und 1999 seinen Masterabschluss und 2000 als Jahrgangsbester sein Diplom abgeschlossen. 2004 promovierte er mit Auszeichnung (Summa cum laude) an der Universität Karlsruhe (TH), der Vorgängerinstitution des heutigen KITs. Ebenfalls an der Universität Karlsruhe (TH) habilitierte er 2008 im Fach Betriebswirtschaftslehre. Mit 34 Jahren wurde er 2008 auf den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg berufen. 2012 lehnte er ein Angebot an die Humboldt Universität zu Berlin ab.
Prof. Neumanns forscht auf dem Gebiet Big Data Analytics zu dem er mehr als 200 Publikationen in hochrangigen Zeitschriften und Konferenzen veröffentlichen konnte. Die Wirtschaftswoche führt ihn in seinem neuesten Ranking als Nummer 23 aller betriebswirtschaftlichen Forscher im deutschsprachigen Raum. IBM verlieh im 2011 für seine herausragenden Arbeiten im Bereich „Analyse von Real-Time Feeds“ den weltweit ausgeschriebenen Faculty Award, der mit $20.000 dotiert ist. In seiner Forschung arbeitet Prof Neumann mit namhaften Unternehmen (u.a. IBM, Deutsche Börse, SAP, VW, ZF, France Telecom) und Universitäten (Harvard University, Stanford University, Oxford University) zusammen. Mittlerweile sind zwei seiner ehemaligen Schüler Professoren an der ETH Zürich und der Erasmus Universität Rotterdam. Aus seinem Lehrstuhl sind drei Spin-offs entstanden, die sich am Markt etabliert haben.

Dr. Werner Wilke


Nach zehn Jahren der öffentlichen Förderung ihrer Erforschung und Erprobung steht die Elektromobilität heute vor der breiten Markteinführung. Automobilhersteller haben eine Vielzahl elektrifizierter Fahrzeugmodelle angekündigt und tätigen umfangreiche Investitionen in den Aufbau von Produktionskapazitäten. Zugleich nimmt das automatisierte Fahren die Hürde von der Fahrerassistenz zu selbstfahrender Funktionalität, das Verkehrssystem befindet sich insgesamt in einer Phase der Transformation hin zu mehr Interoperabilität, Multimodalität und Nachhaltigkeit. Der Bedarf an Entwicklung ist dabei längst nicht gedeckt. Industrie, Wissenschaft und öffentliche Hand sind sich der Innovationsbedarfe bewusst und haben diese in Roadmaps niedergelegt. Darin spiegelt sich ein grundlegender Wandel der benötigten technischen Kompetenzen wieder: weg von der Mechanik hin zur Elektrik, von der Regelungstechnik zur künstlichen Intelligenz, von der individuellen Steuerung zur Vernetzung. Hierauf muss die Zulieferindustrie und nicht zuletzt auch das Bildungssystem vorbereitet sein. Für das Bildungssystem zeichnet sich speziell im Bereich der Elektromobilität ein Bedeutungsgewinn der Weiterbildung gegenüber der Ausbildung ab. Dies ist einerseits begründet durch beschleunigte Innovationszyklen. Andererseits steht im Bereich der Elektromobilität ein tiefgreifender Wandel an, der zu wesentlichen Teilen mit vorhandenem Personal bewältigt werden muss. Im Bereich der Weiterbildung ist speziell die wissenschaftliche Weiterbildung von Interesse, weil der Systemübergang von der traditionellen Mobilität zur Elektromobilität stark von wissenschaftlich-technischen Innovationen geprägt wird. Im Vortrag wird ein Blick in die Zukunft entlang den technischen Entwicklungen gegeben und mit Blick auf die Innovationsfähigkeit an die heutigen und künftigen Kompetenzen angeknüpft.

Dr. Werner Wilke, Diplom-Physiker (TU  Berlin) mit den Schwerpunkten Festkörperphysik, medizinische Physik und Astrophysik. Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft: Promotion mit einem Thema der Halbleiterphysik, Leiter Product Management bei der Mine Safety Appliances MSA, Leiter Bereich Technik der VDI/VDE Innovation+Technik GmbH, seit 1999 Geschäftsführer, Zuständigkeitsbereich Themengebiete: Mobilität der Zukunft, IT-Sicherheit , Mensch-Technik-Interaktion, Elektronik- und Mikrosysteme, Digitalisierung, Gesundheit sowie Regionale Transformationsprozesse.

Peter Guse


Radikale Innovation benötigt mehr Freiheit als stabiles Kerngeschäft, Freiheit in 3 Dimensionen: Organisation, Kultur und physischer Raum. Nur dann können überraschende Ergebnisse entstehen, nur dann kann neues Geschäft schnell durch Umsatz im Markt validiert werden und damit Fakten für unternehmerische Entscheidungen geliefert werden. Wie diese Freiheit im Einzelnen aussieht und welche Ergebnisse sie bringt, ist Inhalt des Impulses.

Peter Guse kam nach seinem Diplom-Abschluss als Elektroingenieur an der Universität Magdeburg zu Bosch und wurde dort zwei Jahre später Logistikleiter eines Werkes. Er war danach in verschiedenen Bosch-Bereichen in Führungspositionen in Fertigungstechnik, Logistik und Produktentwicklung im In- und Ausland. 2009 wurde Peter Guse in der Zentralen Forschung von Bosch für das Innovationsmanagement verantwortlich, wo er das Konzept der Bosch Start-up Plattform grow mitentwickelte. Seit 2013 ist er als Gründungsgeschäftsführer der grow platform GmbH verantwortlich für die Auswahl, Finanzierung und Unterstützung der internen Start-ups mit Plattformfunktionen.

 


Prof. Dr.-Ing. Hans-Christian Reuss


Assistenz- und Automatisierungssysteme in der Mobilität besitzen das Potenzial, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, die Verkehrseffizienz zu steigern, mobilitätsbedingte Emissionen zu reduzieren und einen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu leisten. Auf dem Weg zu einer neuen Mobilität existieren Synergieeffekte mit der Elektromobilität, der Vernetzung und den Mobilitätsdienstleistungen, die es zu heben gilt.

Grundsätzlich geht es beim automatisierten und vernetzten Fahren um die Längs- und/oder Querführung des Fahrzeugs. Assistenzsysteme sind dabei die Vorstufe: der Fahrer muss das System ständig überwachen und notfalls eingreifen. Beim teilautomatisierten Fahren muss der Fahrer das System dauerhaft überwachen und jederzeit zur vollständigen Übernahme der Fahraufgabe in der Lage sein. Beim hochautomatisierten Fahren muss er das System nicht mehr ständig überwachen, jedoch– im Zweifelsfall und mit einer Zeitverzögerung – als Rückfallebene fungieren. Erst beim vollautomatisierten Fahren übernimmt das System die Fahrzeugführung in einem definierten Anwendungsfall vollständig und bewältigt alle damit verbundenen Situationen automatisch. Je höher der Grad der Automatisierung, desto größer auch die Leistungsfähigkeit und Funktionsumfang des Automatisierungssystems.

Das Automatisierungssystem teilt sich in drei Bereiche: Wahrnehmung (Perception), Lokalisierung und Automatisierungsfunktionen. Zur Realisierung sind die OEMs auf die Unterstützung der Zulieferer angewiesen. Da verstärkt neue Technologien (bspw. Sensoren, Karten, maschinelles Lernen, Datenübertragung) zum Einsatz kommen, drängen neben den vorhandenen Tier1 und Tier2 neue Player auf den Markt.

Der Impuls gibt eine Einführung in die Assistenz- und Automatisierungssysteme und ihre Teilbereiche. Ein Fokus liegt auf konkreten Anwendungen und neuen Technologien. Ein weiterer Fokus liegt auf der Absicherung und dem Test der neuen Systeme. Das Spezialisierungsfach „Automatisiertes und vernetztes Fahren“ an der Universität Stuttgart wird vorgestellt.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Christian Reuss geboren 1959 in Düsseldorf, leitet seit April 2004 den Lehrstuhl für Kraftfahrzeugmechatronik an der Universität Stuttgart und ist Mitglied des Vorstands des Forschungsinstituts für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS). Er studierte Elektrotechnik an der TU Berlin und wurde dort anschließend am Institut für Elektronik promoviert. Von 1989 bis 1992 war er verantwortlich für serielle Bussysteme und Mikrocontroller zur Anwendung im Kfz bei PHILIPS Semiconductors Hamburg. 1993 wurde er auf die Professur für Kraftfahrzeugelektronik und -elektrik an die TU Dresden berufen. Von 2002-2006 war er Geschäftsführer der IAM GmbH in Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte sind Bordnetz- und Energiemanagement, Vernetzung und Architektur von Elektroniksystemen, Funktions- und Softwareentwurf, Test und Diagnose, Fahrsimulation, Antriebsstrangoptimierung, Elektromobilität, Fahrerassistenzsysteme, automatisiertes und vernetztes Fahren.

Dr. Stefan Wolf


Dr. Stefan Wolf war von 1994 bis 1997 als Rechtsanwalt bei der Kanzlei Thümmel, Schütze & Partner beschäftigt. Im Jahr 1997 trat er als Syndikusanwalt in die Elring Klinger GmbH ein. Von 1998 bis 2000 war er Bereichsleiter Recht und Personal bei der Elring Klinger GmbH. Mit dem Börsengang der ElringKlinger AG im Jahr 2000 übernahm Dr. Stefan Wolf zusätzlich die Leitung der Abteilung Investor Relations und Kapitalmarktbetreuung. 2004 wurde er zum Generalbevollmächtigten des Vorstands der ElringKlinger AG berufen und 2005 zum Sprecher des Vorstands ernannt. Seit 2006 ist Dr. Stefan Wolf Vorsitzender des Vorstands und verantwortlich für die Konzerngesellschaften, die Zentralbereiche Recht, Personal, Investor Relations und Unternehmenskommunikation, den Geschäftsbereich Ersatzteile sowie den Vertrieb Erstausrüstung.

Dr. Otmar Scharrer


Dr.-Ing. Otmar Scharrer ist seit 2016 Leiter Zentrale Forschung und Vorausentwicklung bei Mahle in Stuttgart. An der Johannes Kepler Universität hat der Diplom-Ingenieur Mechatronik studiert und im Jahr 2006 an der TU Berlin als externer Doktorand promoviert. Seine berufliche Laufbahn begann er 1996 bei Voest Alpine Stahl. Daraufhin war er von 2001 bis 2006 bei General Motors tätig. Hierauf folgten zwei Jahre bei Porsche Engineering, wo er den Bereich Simulation und Motorenversuch verantwortete, bevor von 2009 bis 2014 in verschiedenen leitenden Funktionen bei Behr (jetzt Mahle) tätig war. Seit 2014 war Scharrer dann Technischer Direktor und Mitglied der Geschäftsführung der AVL Remscheid, bevor er im Jahr 2016 zu Mahle wechselte.

Ihre Ansprechpartner

Matthias Toepfer
Referatsleiter Hochschulpolitik und Politischer Dialog
Südwestmetall Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V.

Telefon 0711 7682-224
toepfer@remove-this.suedwestmetall.de

Christiane Drägert
Leitung Geschäftsfeld Organisationsentwicklung
Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V.
Standortleitung Haus Bleibach

Telefon 07685 9103-14
draegert.christiane@remove-this.biwe-akademie.de